Die
Dauer des Heilungsprozesses ist je nach Art des Piercings unterschiedlich. Das
Ziel der Heilung bei einem Piercing ist, dass der Körper eine Hautröhre
im Stichkanal bildet und damit die Wunde verschliesst.
Als
erstes ziehen sich Blutgefässe und das Gewebe
in und an der Wunde zusammen sodass evtl aufgetretende Blutungen zum Stillstand
kommen. Danach, in der Reinigungsphase,
wird die Durchblutung in der Umgebung des Piercings gesteigert. Man merkt es an
einer leichten Rötung, Schwellung
und/oder Erwärmung welche sich nach spätestens einer Woche ergeben.
Es
kann zum Austritt von Wundflüssigkeit kommen
die die Aufgabe hat Blutgerinnsel, Gewebstrümmer
und auch evtl eindringede Bakterien auszuschwemmen.
Als
nächstes beginnt die Granulationsphase. Es bilden sich neue Kapillaren (feine Blutgefässe) woraus nachher das Bindegewebe entsteht.
Nach und nach bildet sich neue Haut. In dieser Phase ist die gepiercte Stelle
sehr empfindlich und es kann immer wieder Wundwasser austreten welches an der
Hautoberfläche Krusten bildet.
Als
letzte Phase folgt dann die Festigungsphase, genannt Epithelisierungsphase. Die Bindegewebszellen produzieren Kollagen
und Narbengewebe.
Die
vollständige Ausheilung eines Piercings wird mehrere
Monate dauern.
Knorpel
hat keine eigenen Blutgefässe sondern wird
mit Sauerstoff und Nährstoffen duch die
darübergelegene Haut versorgt. Dadurch dauert die
Wundheilung länger. Aufgrund der guten Durchblutung und dem
einfacheren Aufbau von Schleimhäuten
im Gegensatz zur normalen Haut heilen Schleimhäute
besonders schnell.
Als allererstes wasche deine Hände und desinfiziere sie
ggfs. Die Wundflüssigkeit
bildet an der Oberfläche eine Kruste die nicht abgerissen werden sollte.
Entferne diese indem du sie vorsichtig ein- bis zweimal tägl. einweichst, z. B. mit
warmen Wasser oder Kochsalzlösung (0,9% NaCl). Achte darauf dass das Gewebe im
Stichkanal nicht unnötig irritiert wird. Dazu auch gehört dass man zur evtl. Unterstützung der Wundheilung
schonende Mittel verwendet. Gut geeignet sind u. a. Kochsalzlösung, Kamillenbäder (Achtung bei Allergie
gegen Korbblütler)
oder Octenisept. Dass man Milchprodukte meiden sollte ist ein weit verbreiteter
Irrglaube.
Sollte es doch einmal zu einer leichten Entzündung kommen haben sich
Teebaumöl,
Tyrosur (apothekenpflichtig) und bei Zungenpiercings Listerine (mind. 1:2 verdünnen und max. 2-3mal am Tag)
bewährt.
Sollte die Entzündung länger wie ein bis zwei Tage
andauern oder sich ein Abszess bilden gehe zum Arzt! Sofortzum
Arzt solltest du bei folgenden Anzeichen:
Ø Fieber, Schüttelfrost
Ø Gelenkschmerzen
Ø Abgeschlagenheit, Schwindel
Ø eine sich schnell
ausbreitende Rötung
Ø Veränderung der Hautstruktur
(Dellen- und Knubbelbildung)
Halte das Piercings trocken. So wird z. T. auch
verhindert dass sie überschüssiges Granulationsgewebe
bildet. Wenn eine Pore durch ein Piercing blockiert wird, kommt es gelegentlich
vor, daß sie sich infiziert und sich
eine blut- und eitergefüllte
Blase am Austrittsloch bildet. Heiße Kompressen können helfen, damit sie sich öffnet.
Belasse den Schmuck solange das Piercing, noch nicht
verheilt ist, im Stichkanal. Achte darauf dass keine Kleidung o. ä. an deinem Piercing reibt
oder auf dieses drückt. Verzichte
auf den Besuch von Schwimmbädern,
Solarien und Sauna vor kompletter Abheilung. Bei Piercings im Intimbereich
solltest du auf Verkehr (auch oral) verzichten. Ein frisches Zungenpiercing ist
ein guter Zeitpunkt mit dem Rauchen aufzuhören, denn rauchen solltest du
mind. die erste Woche nicht. Lutsche lieber Eiswürfel (kühlt und hilft gegen
Schwellungen).
Sollten Fragen entstehen zögere nicht zu uns ins Studio
zu kommen. Wir helfen dir gerne weiter!